Kurzportrait

Steven Lundström schreibt Geschichten für Kinder. Manchmal findet er die Geschichten und manchmal finden die Geschichten ihn. Im Wald oder an der See. Zuhause oder anderswo. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Geschichten vielfältig sind und vielerlei Gestalt annehmen können: Geschichten können als Kinder- und Jugendbücher daherkommen oder auch als Sachbücher. Gereimt als Rätsel und ungereimt als längere Erzählung.
Die erste Geschichte, die Steven für Kinder geschrieben hat, hat ihn gefunden. Zuhause in München. Eines Novembermorgens lag eine Zeichnung auf seinem Schreibtisch. Eine Zeichnung von sechs Kaiserpinguinküken. Und kurz darauf begann er schon zu schreiben. Gleichzeitig hat Birgit Christiansen begonnen, die Geschichte zu zeichnen. Beide erzählen die Geschichte von Lotte und Paulchen, Karlchen und Martha, Emma und Frieda und Mathilda und Berti. Oder kurz: Die Geschichte der Pinguingang aus dem Großen Weißen Kalten Land am unteren Ende der Welt.

Der erste Band "Die Pinguingang. Eine beinahe wahre Geschichte" ist im November 2020 im Böhland & Schremmer Verlag erschienen. Gemeinsam mit Birgit arbeitet Steven bereits an der Fortsetzung der Geschichte von Lotte und Paulchen, Karlchen und Martha, Emma und Frieda und Mathilda und Berti. Sie trägt den Namen: Die Pinguingang. Die Reise ins Land der Vielen Inseln und wird voraussichtlich im Herbst 2021 erscheinen. 

Biographie

Steven erblickte im April 1973 in Weimar das Licht der Welt. Dort suchte er von Beginn an nach Abenteuern und Geschichten. Wobei das für ihn immer auf dasselbe hinaus lief. Sei es in den Straßen seiner Heimatstadt oder in den Wäldern an den Ufern der Ilm, die sich unweit seines damaligen Wohnhauses vorbeischlängelt. Und so verlief dann auch sein weiterer Lebensweg. Über viele Umwege und Seitenpfade. Dabei konnte sich Steven immer wieder planvoll verirren. Mit vielen Büchern als Kompass. Nach der Schule studierte er Altorientalistik und Ägyptologie und arbeitete als Wissenschaftler in Berlin und Wien. Schließlich kam er nach München, wo er seit 2010 lebt und arbeitet. Erst als Wissenschaftler, dann als Verwaltungsangestellter und nun endlich auch als Autor. Das Fundament, auf dem er seine Bücher baut, besteht ... 
Ja, aus was wohl? Aus Büchern und der Begeisterung für das Leben und die Welt, mit allem was darinnen kreucht und fleucht. Ganz besonders auch für all die vielen Geschichten, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Und jede seiner Geschichten beginnt mit einer Frage. Denn Fragen sind der Schlüssel zu allem und zu allen Geschichten.

Und das erzählt Steven über sich selbst

"Kennt Ihr das auch? Diesen unverwechselbaren Duft von Büchern? Das Knistern und das Rascheln ihrer Seiten? Und all ihre geheimnisvollen Zeichen und Zeichnungen? So richtig erwischt hat es mich, als ich das erste Mal in meinem Geburtsort Weimar eine Bibliothek betrat. Das war kurz, nachdem ich in die erste Klasse gekommen war. Wunderbar viele Bücher standen da. Und es roch nach altem und neuem Papier, ein bisschen nach Staub und nach Druckerschwärze. Und dann das Holz der alten Regale. Und die Karteikästen aus Holz, in denen die vielen Bücher archiviert waren. Jedes hatte eine Karte für sich! So ähnlich wie eine Visitenkarte. Sein Name steht darauf und wer das Buch geschrieben hat. Und natürlich, wo es sich befindet.

Dafür war ich aber zu ungeduldig! Ich fragte die Bibliothekarin nach Kinderbüchern und sie sagte mir, wo’s langgeht. Wie lange ich dort war, vermag ich nicht zu sagen. Irgendwann jedenfalls kam ich mit einem Buch zurück. Schnell noch den Ausweis ausstellen lassen. Dann durfte ich das Buch mit nach Hause nehmen. Zum Glück konnte ich da schon lesen! Und musste nicht erst auf meine Eltern warten. Ich schlug das Buch auf und machte mich auf zur Reise zum Mittelpunkt der Erde zusammen mit Professor Otto Lidenbrock, seinem Neffen Axel und dem Jäger Hans Bjelke. Viele Bücher sollten danach noch folgen. Weitere von Jules Verne zum Beispiel oder von Astrid Lindgren. Wieviele das bis heute sind? Fragt mich nicht danach! Vergesslich bin ich sonst gar nicht so gern. Aber in diesem Fall ... Ich glaube, dass man dann besonders glücklich ist, wenn besonders viele Bücher gelesen hat. So viele, dass man einfach den Überblick verlieren muss!

Meine ersten Erinnerungen an Bücher reichen aber noch ein bisschen weiter zurück: Als ich noch kleiner war als damals bei meinem ersten Abenteuer in der Bibliothek, haben mir meine Eltern immer vor dem Schlafengehen vorgelesen. Dann war es schon dunkel und ich versteckte mich unter einer dicken warmen Wolke. Neben mir saßen meine Mutter oder mein Vater und lasen mir aus Büchern vor. Zum Beispiel aus dem berühmten Buch von Selma Lagerlöff: Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgerson mit den Wildgänsen.

Ich habe das damals noch nicht wissen können. Aber damals hat sich in mir folgendes getan: Ich wollte Geschichten hören und hören, lesen und lesen und irgendwann auch selber schreiben.

Bis zum Jahr 2018 war es dann ein langer Weg. Mit vielen Stationen. Weimar, Gustavsburg, Gießen, Grafenaschau, Velbert, Kiel, Berlin, Wien und schließlich München.

Zum Glück mangelte es niemals an Büchern! Dank meiner Eltern und den Schatzkammern der Bibliotheken. Auch nicht in Gießen. Dort hatte ich auch die wichtigste Begegnung meines Lebens. Sie dauerte gar nicht so lange - die wichtigste Begegnung meines Lebens. Aber nichts in meinem Leben sollte je eindrücklicher werden. Doch dazu gleich noch ein klein wenig mehr.

Jedes Buch ist ein Tor zur Welt. Ach was! Zu vielen verschiedenen Welten! Und einige Bücher, denen ich begegnet bin, führten mich zu meinem ersten Beruf. Machten mich zum Wissenschaftler. Ich habe Altorientalistik und Ägyptologie in Berlin und Wien studiert. Das sind die Wissenschaften, die sich unter anderem mit den alten Assyrern, Babyloniern, Hethitern und Ägyptern befassen. 
In Berlin habe ich dann auch die wichtigste Begegnung meines Lebens wiedergefunden. Und es war so, als hätten wir uns nie aus den Augen verloren.

Später dann habe ich in München als Sprachlehrer Deutsch unterrichtet und hatte mit dem Deutschen Steuerrecht zu schaffen. Heute arbeite ich in der Verwaltung einer sozialen Organisation. 

Und ich schreibe - endlich!"